Schule von Jedenspeigen im Wandel der Zeit
Das erste nachweisbare Schulhaus wird mit dem Schulmeister Veit Zöltl in einem Konsistorialprotokoll des Jahres 1639 angeführt. Es stand im Zentrum des Ortes in der Nähe der Kirche, in der heutigen Pfarrheimgasse. Es zählte zu den ältesten im Weinviertel. Dabei handelte es sich um eine einklassige Trivialschule, die man auch gemeine oder gewöhnliche Schule nannte. Das Trivium (Dreiweg) umfasste Lesen, Schreiben und Rechnen.
Entweder war das Schulhaus 1780 zu klein oder baufällig, auf jeden Fall errichtete man das zweite Schulhaus auf dem nahen Berg hinter dem heutigen Pfarrhof. Die Kinder stapften fast 100 Jahre mit dem Schulranzen über viele Stiegen zu der auf windiger Anhöhe gelegenen neuen Bildungsstätte.
Nach Einführung der achtjährigen Schulpflicht aufgrund des 1869 erschienenen Reichvolksschulgesetzes, kam es wegen Raummangels 1878 abermals zu einem Schulneubau. Diesmal wählte die Gemeinde wieder die Windstille unten am Bach. Man kaufte ein an den Pfarrhof angrenzendes altes Bauernhaus, riss es nieder und nach zehnmonatiger Bauzeit konnte am 13. November 1878 die Weihe und Eröffnung des dritten Schulgebäudes stattfinden.

Während des zweiten Weltkrieges war Herr Handschuh Leiter der Volksschule. In dieser Zeit sind leider viele Dokumente und Aufzeichnungen vernichtet worden.
Ab 1945 wurde Frau Käthe Strohmayer provisorische Leiterin. Sie wurde von Herrn Gottfried Jelinek 1947 als Direktor abgelöst.
1948 wurden in zwei Klassen fünf neue dreiteilige Fenster eingesetzt. Trotz vehementer Einsprüche des damaligen Leiters wurden keine weiteren Renovierungen vorgenommen. Seitens der Gemeinde wurde kein Geld für eine neue Ausstattung der Schule ausgegeben. Es war nicht einmal ein Ball vorhanden.
Erst ab dem Jahr 1949 wurde seitens Land und Gemeinde mehr Geld zur Verfügung gestellt und so konnten zum Beispiel neue Schulbänke angekauft, Klassen ausgemalt und Holzböden verlegt werden.
In den Jahren 1952/53 wurde eine Hauswasserleitung im Schulgebäude verlegt und so konnten neue Hochspülklosettanlagen errichtet werden.
Im Schuljahr 1954/55 besuchten nur mehr 77 Kinder die Schule, daher wurde diese nur mehr zweiklassig geführt (1. Klasse: 1.-3. Schulstufe, 2. Klasse: 4.-8. Schulstufe). Ende 1954 wurde Direktor Gottfried Jelinek in den Ruhestand versetzt. Ihm folgte im Schuljahr 1955/56 Herr Johann Hirsch, der sein Amt als Direktor bis 1957 ausübte. Darauf wurde für kurze Zeit Herr Josef Singer provisorischer Leiter der Volksschule.
1958 wurde Herr Otto Mitterndorfer zum Volksschulleiter ernannt.
1959 wurde die Leiterwohnung renoviert und zwei Klassen ausgemalt.
1964 wurde das Schulgebäude an den Ortskanal angeschlossen. Die Klosettanlage, lange Zeit das Sorgenkind der Schule, entsprach nun den damaligen sanitären Anforderungen.
Auf Beschluss der Landesregierung wurden 1967 ein- und zweiklassige Schulen geschlossen, was auch die Schule in Sierndorf betraf. Da die Volksschule in Jedenspeigen nur zweiklassig geführt wurde, bestand die Notwendigkeit die Sierndorfer Kinder einzugliedern und so dreiklassig zu werden. Daher war es auch notwendig die Schule außen und innen zu renovieren. Es wurden eine neue Hauswasserleitung verlegt, eine Fernsprechanlage angeschlossen, ein Turnzimmer mit Nachtspeicherofen eingerichtet und große, moderne Fenster eingesetzt. An der straßenseitigen Hausmauer prangte 1971 ein Sgraffito, dessen Entwurf von Herrn Direktor Otto Mitterndorfer stammte. Die künstlerische Ausführung vollzog der Drösinger Maler Andreas Huysza.

1971 führte die Volksschule Jedenspeigen als erste Volksschule im Bezirk Gänserndorf die „5-Tage-Woche“ ein.
1973 herrschte Ausnahmezustand im Bezirk Gänserndorf. Die Volksschule musste von 7. Mai bis 22. Juni wegen Seuchengefahr geschlossen werden.
Das Schuljahr 1974/75 brachte eine entscheidende Änderung des schulischen Alltags. Die Gemeinde Jedenspeigen hat sich auf Grund der jährlich sinkenden Schülerzahlen für einen Schulorganisationsverband mit Drösing ausgesprochen. Beide Direktionen blieben bestehen und in jeder Schule wurden zwei Klassen geführt. Da sich am Ende dieses Schuljahres Herr Direktor Otto Mitterndorfer versetzen ließ, übernahm Herr Franz Maschke die Leitung. Im selben Jahr wurde in der früheren Schulleiterwohnung mit den baulichen Veränderungen für den geplanten Kindergarten begonnen. Die Schule wurde komplett renoviert und mit neuen Schulmöbeln eingerichtet.
Während der Umbauarbeiten wurde, im Fußboden vergraben, eine Urne gefunden, in der sich die Urkunde der Grundsteinlegung 1878 befand: „Im Jahre des Heiles Eintausendachthundertachtundsiebzig unter dem Pontificate des Papstes Leo XIII., unter der Regierung des Kaisers Franz Josef F., …, unter Bürgermeister Lorenz Wurst, … wurde der Grundstein zur neuen dreiklassigen Schule gelegt und der Bau … am 31. Oktober 1878 gänzlich vollendet. Von der Gemeinde wurde zum Zwecke des Schulbaues das Haus Nummer 70, dem Franz Gaunerstorfer gehörig, um 3000 fl angekauft und demoliert, an dessen Stelle sich das neue Schulgebäude befindet…. Dieser Schlussstein wurde am heutigen Tage … kirchlich benedicirt und an dieser Stelle versenkt.“
Im Schuljahr 1976/77 wurde der Schulverband fünfklassig geführt.
1978 visitierte Kardinal König die Volksschule Jedenspeigen.
1981 folgte eine Einladung zur feierlichen Segnung und Besichtigung des Kindergartens und der renovierten Schule. Die Leiterstelle für die Volksschule Jedenspeigen wurde ausgeschrieben.
Im Februar 1983 wurde Herr Andreas Huysza damit betraut und Herr Direktor Franz Maschke feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
1984 wurde nun die Leiterstelle in der Volksschule Drösing ausgeschrieben. Frau Maria Maschek bekam diese Stelle verliehen, doch hat sie einen Diensttausch gemeinsam mit Herrn Direktor Andreas Huysza angestrebt. In diesem Jahr wurde auf Anliegen der Schulleitung erstmals ein Elternverein gegründet, der in den folgenden Jahren viele Ausflüge organisiert und Schulfeste unterstützt hat, wie die bis heute beliebten Schulschlussfeiern. Bis heute leistet der Elternverein diese hervorragende Arbeit.
Durch die Teilung der 1. Schulstufe wurde die Volksschule Jedenspeigen ab 1987 dreiklassig geführt.
1989 wurden die baufälligen Rauchfänge und das Dach des Schulgebäudes erneuert. Weihbischof Florian Kuntner visitierte die Schule.
Die Volksschule wurde ab dem Schuljahr 1989/90 vierklassig geführt. Der Schulverband mit Drösing blieb aber bestehen. Die große Klasse wurde mit einer schalldämmenden Wand geteilt.
In den Sommerferien des Jahres 1994 wurde unter Bürgermeister Josef Bauer ein Zubau getätigt. Eine Garderobe wurde angebaut, die WC-Anlagen wurden vergrößert und alle Fenster erneuert.
Da im Jahre 1998 mit dem Bau eines Kindergartengebäudes begonnen wurde, konnten die Kinder 1999 in ihre neue Unterkunft übersiedeln. So hatte man plötzlich viel mehr Räume in der Schule zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2000 das Schulgebäude unter Bürgermeister Ing. Reinhard Kridlo komplett renoviert. Die elektrischen Leitungen wurden erneuert, und Malerarbeiten wurden durchgeführt. Die Schule erhielt ein neues Stiegenhaus und eine komplett neue, moderne Einrichtung. Es wurde in den zwei Sommermonaten ausgezeichnete Arbeit geleistet, und so konnten Lehrer und Schüler pünktlich zu Schulbeginn die Schule in neuem Glanz betreten.
2009 ging Frau Direktor Maschek in Pension und Herr Direktor Andreas Huysza übernahm neben der Leitung der Volksschulen Ebenthal und Drösing, diese auch in der Volksschule Jedenspeigen.
In dieser Zeit wurde auch die Schulische Nachmittagsbetreuung an der VS Jedenspeigen eingeführt. Schüler*innen können nun bis 16 Uhr an der Schule betreut werden.
Im Schuljahr 2012/13 besuchen 31 Kinder aus Jedenspeigen und Sierndorf die Volksschule und werden in zwei Mehrstufenklassen von den Lehrerinnen Frau Dipl.Päd. Ingrid Groß-Kridlo, Frau BEd Katharina Bischof (geb. Kalenda) und Frau Dipl.Päd. Martina Hofstetter unterrichtet.
Als Nachfolgerin von BEd Katharina Bischof kam Dipl. Päd. Susanne Schuster-Janka an die VS Jedenspeigen.
Mit Februar 2018 wird Dipl. Päd. Michael Müllner mit der Leitung der VS Jedenspeigen (und VS Ebenthal/ab Sept. 2018 auch VS Angern) betraut. VD Andreas Huysza tritt in den Ruhestand über.
Im Schuljahr 2018/2019 konnte erstmals eine sogenannte Bläserklasse eingerichtet werden. In Kooperation mit der Musikschule Hohenau werden die Schüler*innen eine Stunde wöchentlich auf ihren Blasinstrumenten unterrichtet (Gruppenunterricht).
Die Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 waren wesentlich durch die weltweite Corona-Pandemie geprägt. Immer wieder wurde der reguläre Schulbetrieb eingestellt und die Kinder mussten über mehrere Wochen im Fernunterricht zu Hause lernen.
Zur selben Zeit errichtete die Marktgemeinde Jedenspeigen eine große Photovoltaikanlage am Dach des Schulgebäudes.
Lehrer*innen im SJ 2025/2026: VOL Martina Hofstetter, VOL Susanne Schuster-Janka, Prof. Viktoria Rein. Frau Rein kommt als Vertretung für VOL Ingrid Groß-Kridlo. Im Oktober 2025 besucht Bischof Turnovszky im Rahmen der Bischofsvisitation die VS Jedenspeigen.
Das Schulgebäude im Wandel der Zeit



